Untermieter

Schon wieder ausgeknockt – diesmal hab ich Knie. Nachdem ich die erste Woche liegend auf dem Sofa verbracht habe, unter der Wolldecke mit spannenden Krimis, habe ich heute mein Lager auf die Terrasse verlegt, in den Liegestuhl, mit kurzen Hosen und Eispack auf dem Knie.

In diesem Jahr wollte kein Meisenpärchen unseren Nistkasten beziehen und wir hatten uns schon damit abgefunden, keine Babies zu bekommen. Heute, gegen Abend, gabs plötzlich einen Heidenlärm im Garten : eine Meise saß auf dem Nistkasten und unterhielt sich mit einer Meise – schätzungsweise der Frau – die im Inneren des Nistkastens die leere Wohnung inspizierte. Das Zwitschern ging hin und her und ich hab in Gedanken einen Dialog gehört. Wie sie sich über die Größe, Deckenhöhe und Anzahl der Zimmer unterhalten und ob das Bad eine Dusche oder eine Wanne hat. Auf jeden Fall haben sie sich für uns entschieden und sind eingezogen. Jetzt fliegen sie fleissig hin und her zu IKEA, um ihre Wohnung einzurichten, damit der Nachwuchs bald kommen kann.13179037_1013831115365796_4142255902585044391_n

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Flüchtlingskinder

Gestern hatte ich zum ersten Mal eine Bibliotheksführung für 8 Flüchtlingskinder, die ich auch zum Teil schon aus meinem Ehrenamt kenne. Ich habe mich sehr darauf gefreut und mein Konzept stark abgeändert, denn die meisten können kaum Deutsch. Nach einer halbstündigen Einführung und Erkundung inklusive dem spannenden „Rückgaberaum“ gabs eine Überraschung für die Kinder: mit meiner Kollegin Karina, die für den Färbergarten verantwortlich ist, haben wir Tinte aus Beerenobst hergestellt. Die Kinder, die sonst so wild und ungezähmt erscheinen, waren begeistert und hochkonzentriert bei der Herstellung dabei und haben sehr schöne Bilder mit der so entstandenen Tinte gemalt, teils mit Pinsel, teils wie früher mit Feder. Als Erinnerung durfte jedes Kind ein Fläschchen Tinte mit nach Hause nehmen.

Solche Ereignisse machen mich richtig glücklich und ich bin dankbar, dass wir hier diese vielen Möglichkeiten haben, um den Bibliotheksalltag interessant und kreativ zu gestalten. Und wenn man die glücklichen Kinder sieht, ist alles gut.

Klassenführungen? Meins!

Vor ca. 6 Jahren ging unsere Leiterin der Kinderbibliothek in Rente. Ihre Aufgaben wurden auf mehrere Personen verteilt. Ich wurde gebeten, die Klassenführungen für die Grundschulen zu übernehmen. Ich wollte nicht. Kann ich nicht, will ich nicht, mach ich nicht. Ein Jahr lang. Irgendwann dann hab ich mir einen Ruck gegeben, ein Konzept ausgearbeitet und angefangen. Nach 1 Klassenführung wusste ich : Okay, das ist es. Das ist meins! Plötzlich konnte ich vor 30 Kindern mit Begleitpersonen stehen, reden, singen und erklären.

Im Laufe der Jahre habe ich einen Büchereiführerschein für die Grundschule entwickelt, der aufeinander aufbaut und viele Lern- und Spaßelemente enthält. Angefangen habe ich mit einer Grundschule. 11 Klassen, die jedes Jahr kommen. Mittlerweile sind es 3 Grundschulen, die mit insgesamt 20 Klassen kommen. Dazu noch ca. 35 Klassen von anderen Grundschulen, die mal mit der 1. Klasse, mal mit der 2. kommen, also sporadisch und nicht regelmäßig. Für alle Altersstufen hab ich ein eigenes Programm. Manche Schulen wünschen sich ein individuelles Programm für Leseclubs oder Schulklassen möchten gerne ihre Weihnachtsfeier bei uns abhalten. Dabei helfen mir Kolleginnen und FSJler mit ihrer Arbeitskraft, Nervenstärke und Kreativität. So ist mittlerweile auch ein Element bei der Ralley in der 4. Klasse unsere Tintenwerkstatt. Meine Kollegin, die für den #Färbergarten zuständig ist, erklärt den Kindern, wie man mit einfachen, natürlichen Dingen aus der Natur Tinte selbst herstellen kann. Die Kinder sind begeistert und dürfen hinterher ein Fläschchen Tinte mit nach Hause nehmen.

Überhaupt bekommen die Kinder am Ende jeder Klassenführung ein Geschenk. Meistens ein von mir selbst gezeichnetes Lesezeichen, aber auch Bücherwürmer, ein kleines Buch oder einen Schlüsselanhänger. Das sind nur Kleinigkeiten, die aber sehr gut ankommen!

 All das kann ich aber nur mit Hilfe meiner Kolleginnen machen, die mich entweder bei der Klassenführung unterstützen oder meine Ausleihe (Thekendienst) übernehmen, damit ich alles in Ruhe vorbereiten kann und hinterher – oft total groggy – in Ruhe am Schreibtisch sitzen und arbeiten kann. Danke an Euch alle!

 

 

Gestern Workshop 2

Gestern hatten wir einen weiteren Workshop mit #Wibke Ladwig. Um ehrlich zu sein, war ich aufgrund einiger Tatsachen etwas enteuphorisiert, habe also nicht wirklich viel erwartet. Nicht von Frau Ladwig, denn sie macht ihre Sache wirklich gut und ein weiteres Mal war ich überrascht, wie sehr ich mich auf eine Sache konzentrieren kann, wenn es interessant ist.

Toll war, wieviel wir als Bibliothek wirklich zu bieten haben und welche Angebote wir für die Leser bereitstellen. Das war mir gar nicht mehr bewusst, wieviel wir eigentlich ausser der Reihe tun, was nicht unbedingt zu den Aufgaben der Bibliothek gehört, beispielsweise die Schokoladenausstellung im Sommer mit Workshops für Familien und Schulklassen. Oder das Projekt unserer FSJler, die mit den Kindern Konsolenspiele zocken. Oder unser Färbergarten, der den Lesern, vor allem Kindern, die Natur näher bringt und zur eigenen Tintenherstellung dient.

Oder die vielen Ideen der Kollegen, um unseren Blog- und Facebookauftritt zu gestalten. Da sieht man wieder, wieviel Kreativität auch vor allem in den stillen Köpfen vorhanden ist und nur mal durch eine #Wibke Ladwig hervorgekitzelt werden muss!

Danke dafür!

Ende?!

So, nun ist es soweit, alle Aufgaben gelöst. Ein komisches Gefühl, hier nicht mehr schreiben zu müssen/können. Wird mir fehlen, denn den Blog hab ich gerne geschrieben und mich auch oft gewundert, wieviele Likes ich bekommen habe, auch von Menschen, die mit Bibliotheken gar nichts zu tun haben. Danke dafür!

Insgesamt fand ich die Lektionen sehr lehrreich und informativ. NETzworking hat sie gut erklärt und nur selten brauchte ich Hilfestellung, aber mehr auf technischer Seite. Ob etwas gefehlt hat, kann ich nicht beurteilen – gibts etwa noch mehr, das ich nicht kenne??

Ich wusste überhaupt nicht, was es im Social Web alles gibt und welche Möglichkeiten man hat, sich die Arbeit zu erleichtern oder zu verschönern! Am besten fand ich Jigsaw, das Puzzle-Tool, dass natürlich eher Spaß macht als nützlich ist. Egal, kann man auf jeden Fall bei Facebook einplanen!

Wenn man schon über 30 Jahre in diesem Beruf arbeitet, hat man viel Routine im täglichen Ablauf. Es war schön, mal wieder seinen Grips zu benutzen – der tatsächlich noch vorhanden ist – und Neues zu lernen.

Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht in den Workshops, Barcamps – was immer das auch sein wird – und wie wir uns als Bibliothek entscheiden werden. Facebook, Blog, Twitter…egal, ich bin dabei, denn es wird Zeit, auf den Zug des Social Web aufzuspringen!

Danke an das NETzworking-Team für die genauen Anleitungen und die schnellen Rückantworten bei Fragen, und wenn sie noch so dumm waren! Vielleicht lernt man sich ja auch mal richtig kennen?!

 

 

 

 

 

 

 

Woche 28

Die letzte Hausaufgabe, und ausgerechnet die, die mir sehr schwer fällt. Warum? Weil ich zwar Fantasy-Romane liebe und lese – nein verschlinge – aber selbst nicht genug Fantasie habe, um etwas zu schreiben oder mir zu überlegen, wie man diese Fantasy-Welten-Baugeschichte in der Bibliothek anwenden könnte. Bestimmt könnte ein kreativer Mensch einen Workshop bei uns anbieten, wo Jugendliche oder auch Erwachsene ihre fiktiven Charaktere weiter ausbauen und mit Details versehen, Geschichten weiterspinnen könnten, die man hinterher in einem Handout zusammenfassen oder mit einer Ausstellung präsentieren könnte.

Bewunderswert finde ich es allemal, mit wieviel Akribie und Arbeit diese Listen im Netz geführt werden.Vor allem die Liste der „Fiktiven Tiere“ ist sehr interessant. Taucht da doch der ein oder andere vergessene Held meiner Kindheit wieder auf!

Meine Kreativität liegt eher im musischen Bereich, daher muss ich zugeben, dass ich in keinem Forum etwas veröffentlichen könnte. Ich lese dann lieber die Ergebnisse. So, das wars?!

Wie gehts jetzt weiter, lieber #NETzworking-Kurs?

Woche 27

Der Online-Katalog unserer Bibliothek ist deckungsgleich mit dem der Stadtbibliothek Kamp-Lintfort. Sämtliche OPACs am Niederrhein sind Erzeugnisse des Rechenzentrums in Moers. Schlicht gehalten, optisch langweilig, enthalten aber alle wichtigen Informationen, die der Leser braucht. Er ist keine große Herausforderung, einfach im Umgang…mehr aber auch nicht. Auch der Katalog der Düsseldorfer Bibliothek ist schlicht und ergreifend auskunftsfreudig, aber langweilig. Positiv ist einzig, dass es dort Empfehlungen zu Medien ähnlichen Inhalts und Kundenrezensionen gibt.

Den Unterschied, was Farbe und LibraryThing bringen, sieht man am Katalog der Stadtbibliothek Gütersloh. Er ist besser aufgebaut und zeigt bunte Titelbilder des gesuchten Mediums. Unser Katalog kann das teilweise auch, aber eben nur teilweise. Ausserdem wird man darüber informiert, ob und wieviele Ausleihen das Medium hat. Es gibt die Möglichkeit, sich mit Social Media zu verbinden, wie youtube, Facebook, etc.. Zum Buch gibt es eine kurze Inhaltsangabe, auch gut. So kann man der ganzen Welt mitteilen, was man von dem Medium hält.

Nach meinen Informationen hatte der OPAC unserer Bibliothek auch mal LibraryThing. Es wurde vom Land gefördert, von den Lesern aber kaum genutzt und es gab kaum Weiterempfehlungen. Daher entschloss sich die Bibliotheksleitung, den sehr teuren Dienst nicht weiter zu nutzen.

 

Woche 26

Ich bin ein Buchaholic! Seit meinem 6. Lebensjahr, dem Jahr, in dem ich lesen lernte, verschlinge ich Bücher. Mit 7 Jahren habe ich meinen ersten Bibliotheksausweis bekommen und bin jeden Donnerstag Nachmittag zum Bücherbus gegangen, der keine 3 Minuten von zuhause entfernt stand. Jeden Donnerstag habe ich darauf gewartet, dass er endlich kommt. Als ich dann größer war und mit dem Fahrrad in die Stadt fahren durfte, fuhr ich zur Stadtbücherei. Dort hat es mir nicht gut gefallen. Es war mucksmäuschenstill, man durfte überhaupt nicht sprechen und ich habe mich eingeschüchtert gefühlt.Also lieber wieder Bücherbus. In meiner Freizeit habe ich schon mal in der Kirchenbibliothek ausgeholfen und auch dort hatte ich einen Leseausweis. Und dann habe ich Bücher zu meinem Beruf gemacht : Ausbildung zur Assistentin an Bibliotheken. Und nun direkt an der Quelle und ich las noch mehr. Heute arbeite ich hauptsächlich mit Kindern sowie ganzen Schulklassen und versuche, sie für Bibliotheken und Bücher zu begeistern.

Warum ich das alles schreibe? Ich bin kein Fan der Onleihe. Ich bin kein Fan von ebooks und ebook-reader. Ich habe einen Tolino, ja, damit ich nicht immer 2 Koffer mit in den Urlaub nehmen muss. Wenn ich unterwegs bin, nehme ich den Tolino mit. Zuhause liebe ich es, mit einem dicken Schmöker auf der Couch zu liegen, auch das Papier zu riechen und zu sehen, dass dieses Buch schon viele erfreut hat. Als Privatmensch lese ich lediglich den Klappentext und entscheide sofort, ob das was ist oder nicht. Dienstlich lese ich viele Jugendbücher im Bereich Fantasy, Krimi und Science-Fiction, um dann meinen Kunden Bücher empfehlen zu können. Auch hier stehe ich eher auf das gesprochene Wort als auf Rezensionen. Es gibt hier bei wordpress eine Teilnehmerin, die sehr schöne Rezensionen schreibt, ihr folge ich und habe auch schon empfohlene Titel gelesen. Ansonsten verlasse ich mich immer auf mein Gefühl, wenn ich den Klappentext lese.

Das Problem ist, dass ich in einer Bibliothek arbeite. Wäre ich nur eine Kundin, würde ich vermutlich gerne Rezensionen lesen, die die Bibliothek im Blog oder bei facebook vorstellt. Auch wenn Herr Deeg als Reiseleiter nichts davon hält, bei facebook Bestseller/Bücher zu posten, bin ich der Meinung, gerade dort sollten Rezensionen oder zumindest links zu Rezensionen zu finden sein.

Die Plattformen, die Online-Chats zu Büchern anbieten, sind für mich als Privatperson und als Mitarbeiterin der Bibliothek nutzlos. Auch hier bevorzuge ich die persönliche Empfehlung und die Diskussion mit Lesern, die das Buch auch bereits gelesen haben.

Es ist sonnenklar, dass die Bibliotheken mit der Zeit gehen müssen, online gehen müssen, Social Media bedienen müssen, ebooks und ebook-reader anbieten müssen und und und…

Aber es ist einfach wunderbar, wenn eine Mutter strahlend in die Kinderbücherei kommt und sagt:“Sie hat gelesen, ich brauche mehr!!“ Das ist ein tolles Gefühl, ans Regal zu gehen, zu empfehlen, kurze Inhalte wiederzugeben und dann ein so tolles Feedback zu bekommen. Nichts anderes machen diese Buchrezensionsseiten im Internet. Fazit: Persönliche Beratung ist toll, aber wir müssen mit der Zeit gehen. Onlineplattformen mit Buchrezensionen sind sinnvoll und nützlich. Wenn ich bei amazon einen Mixer kaufe, lese ich mir auch immer die Kundenrezensionen und Bewertungen durch – warum nicht auch bei Büchern?!

Aber ich werde immer für das Buch in seiner „altmodischsten“ Art kämpfen!

 

Woche 25

Yeah, mein erster Screenshot! Diesen Titel über Flechtfrisuren hab ich in unserem OPAC gefunden:Unbenannt

In unserer Bibliothek gibt es eine Handvoll Bücher zum Thema Flechtfrisuren. Geht man aber zu youtube, wird man erschlagen von zig Videos zum Thema. Flechtfrisuren für lange Haare, für kurze Haare, für mittellange Haare, in zehn Minuten usw. Eine riesige Auswahl und meines Erachtens nach toll zum Nachmachen, Schritt für Schritt. Mein Favorit:

Sonntagskind, mit schöner, seichter Hintergrundmusik.

Flechtfrisur

Fazit: bei solch handwerklichen Aufgaben, wie z.B. auch Handwerken oder Backen, sind diese Videos sehr praktisch und anschaulich. Oft in Echtzeit gedreht, so dass man praktisch parallel dazu agieren kann. Daumen hoch!